Kantone stützen Bundesratsentscheid zu kürzerer Quarantäne

Kantone stützen Bundesratsentscheid zu kürzerer Quarantäne

Dass die Dauer der Quarantäne und der Isolation verkürzt wird, begrüssen rapid alle Parteien. (Symbolbild: Pixabay)

Schweiz

12.01.2022    16: 14   sda

Der Bundesrat hat am Mittwoch eine Verkürzung der Quarantäne und Isolation beschlossen. Die Reaktionen auf die neusten Corona-Regeln in der Übersicht.

Die Kantone haben Verständnis für die Verkürzung der Quarantäne- und Isolationsdauer durch den Bundesrat bei Ansteckungen mit dem Coronavirus. Zwar habe keine Konsultation stattgefunden, aber viele Kantonsvertreterinnen und -vertreter hätten sich für eine solche Anpassung ausgesprochen, hiess es bei der GDK.

Die kürzere Inkubationszeit und hohe Ansteckungsfähigkeit zu Beginn der Infektion mit der Omikron-Variante des Coronavirus machten die bundesrätliche Entscheidung «nachvollziehbar», hiess es in einer Stellungnahme der Schweizerischen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) vom Mittwoch.

Konsultation bis Montag
Zu weiteren Anpassungen bei Isolation und Quarantäne können sich die Kantone nun bis Montag äussern. Auch das Massnahmendispositiv nach dem 24. Januar und die Teststrategie sind Gegenstand der Konsultation.

Das GDK-Präsidium hält eine befristete Weiterführung der geltenden Massnahmen für angezeigt. Die Auswirkungen der sehr hohen Fallzahlen auf das Gesundheitssystem seien mit grossen Unsicherheiten behaftet – auch weil sich das Infektionsgeschehen von der jüngeren zur älteren Bevölkerung verschieben könnte. Eine «Laissez-faire-Politik» sei aus gesundheitspolitischer Sicht derzeit nicht zu verantworten.

Gewerbeverband gegen Homeoffice-Pflicht

Der Gewerbeverband (SGV) kritisiert den Bundesrat für die Verlängerung der Homeoffice-Pflicht – sie sei in vielen Branchen nicht durchsetzbar. Die Verkürzung der Quarantäne- und Isolationsdauer für Coronavirus-Infizierte hingegen begrüsst er – dies sei eine Forderung der Wirtschaft gewesen.

«Die Verlängerung der Homeoffice-Pflicht ist nicht zielführend und reine Symbolpolitik», schreibt der SGV in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die Unternehmen, in denen Homeoffice überhaupt möglich sei, hätten diese Massnahme bereits bei der Homeoffice-Empfehlung eingeführt.

Die Verkürzung der Quarantäne sei hingegen eine sinnvolle Entlastung der Unternehmen, die zunehmend unter Personalmangel litten. Allerdings sei es nicht verständlich, warum sie nur verkürzt und nicht ganz aufgehoben werde. Es sei alles daran zu setzen, dass die Wirtschaft möglichst ungehindert arbeiten und sich so von den Folgen der Pandemie erholen könne.

Arbeitgeberverband möchte Quarantäne ganz abschaffen
Nach der Verkürzung der Quarantäne auf fünf Tage fordert der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) weitere Lockerungen. Personen ohne Symptome sollen seiner Ansicht nach gar nicht mehr in Quarantäne müssen. Im Visier hat er zudem die Homeoffice-Pflicht.

Man begrüsse den Entscheid des Bundesrats betreffend Quarantäne und Isolation, sagte Verbandspräsident Valentin Vogt am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Aufgrund der hohen Fallzahlen müsse aber ohnehin von einer hohen Dunkelziffer bei den Ansteckungen ausgegangen werden, so Vogt. Deshalb wäre es sinnvoll, über die Abschaffung der Quarantäne für Personen ohne Symptome zu diskutieren.

Im 2nd seien etwa vier Prozent der Erwerbstätigen wegen der Pandemie nicht am Arbeitsplatz, gab Vogt zu bedenken. Steige dieser Anteil weiter an, werde es kritisch für die Schweizer Wirtschaft. Es gelte, sie am Laufen zu halten.

Hinsichtlich der Homeoffice-Pflicht erklärte Vogt, man sei schon bei deren erneuter Einführung der Meinung gewesen, dass es die Massnahme nicht brauche. Wo Arbeiten von zuhause aus möglich sein, setzten die Unternehmen dies von sich aus um.

FDP, Mitte und GLP zufrieden

Die FDP, die Grünliberalen und die Mitte begrüssen die Verkürzung der Dauer von Isolation und Quarantäne auf fünf Tage. Modified into as soon as das weitere Vorgehen angeht, setzen sie jedoch andere Schwerpunkte.

Die FDP schrieb am Mittwoch in einer Nachricht auf Twitter von einer Entlastung von Wirtschaft und Gesellschaft.

In ihrer Reaktion auf den Entscheid des Bundesrats forderten die Freisinnigen zugleich, die Landesregierung solle endlich ein Szenario für den Ausstieg aus den Corona-Massnahmen vorlegen.

Namentlich wendet sich die FDP gegen die aus ihrer Sicht «starre» Homeoffice-Pflicht. Um eine Überlastung der Spitäler zu vermeiden, setzt die Partei insbesondere auf das Impfen und Boostern.

Ebenfalls positiv, jedoch zurückhaltender äusserte sich der Präsident der Grünliberalen, Jürg Grossen. Die kürzere Isolation respektive Quarantäne sei nachvollziehbar, schrieb er auf Twitter. Die Lage bleibe aber kritisch und die Belastung der Intensivstationen sei schwer abzuschätzen.

Oberstes Ziel bleibe, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, teilte die Mitte-Partei mit. «Es kann aber nicht sein, dass die Quarantäneregelung so viele Arbeitsausfälle verursacht, dass Infrastrukturen und Dienstleistungen nicht mehr aufrechterhalten werden können», liess sich Parteipräsident Gerhard Pfister im Communiqué zitieren. Die Mitte begrüsse daher die Verkürzung der Quarantäne auf fünf Tage. Die Massnahme sei «ein gangbarer Mittelweg».

Auch die Mitte betont, dass sich die Lage schnell ändern könne. Es gelte, die Scenario genau und wachsam zu verfolgen und bei Bedarf schnell zu reagieren.

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